Urbanism

Zeughausareal Uster

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Städtebauliche Studie Entwicklung Zeughausareal Uster, 2012-2013
Studienauftrag mit Präqualifikation

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Städtebauliches Ensemble
Das Zeughausareal soll mit Neubauten hoher Dichte überbaut werden. Als Grundprinzip wird das ‘Auffüllen’ der Arealfläche zwischen den bestehenden Bauten vorgeschlagen. Das Areal wird also entsprechend seiner ursprünglichen typologischen Anlegung - dem Typus des Zeughauses - besetzt: Die strukturell inhärenten Elemente wie Lager- und Verwaltungsbauten, schattenspendender Baumraum sowie Erschliessungsflächen werden in ihrer Logik sowie als räumlich prägende Bestandteile der Anlage übernommen und gestärkt. Die Aufstellfläche, die vormals dem Sammeln, Auslegen und Reinigen der militärischen Ausrüstung diente, hat ihren Zweck verloren und steht zur Disposition; sie dient nunmehr als ‚Aufstellfläche' für die neue Bebauungsstruktur.
Die orthogonal am übergeordneten morphologischen Bebauungsmuster des Zentrumsgebiets Uster ausgerichtete Bebauung im Innern des Areals bildet eine Art zusammenhängende Raumfigur und kontrastiert die variierenden Geometrien der bestehenden Arealstruktur. Der Bestand der vier Zeughausbauten mit den typischen zugehörigen, neu mit dichten Baumvolumen geschlossenen Lücken legt sich wie ein Ring um die neue Bebauungsstruktur und bewahrt die Identität des Areals nach innen, aber auch nach aussen zum Stadtraum hin. Diese Fassung bewirkt einerseits, dass dem Areal innerhalb des Stadtkörpers eine gewisse Autonomie zukommt, andererseits stärkt es die Idee des Areals als ‚Ganzes': Bestand und Neubauten bilden eine räumlich und volumetrisch symbiotische Einheit, je nach Sichtweise bilden die Zeughäuser eine Art Horizont, hinter welchem sich die in die Höhe staffelnden Baukörper erheben.

Räumliche Konfiguration
Die Bebauungsstruktur im Inneren des Areals formuliert eine Konfiguration von zueinander als auch mit den Bestandesbauten in Beziehung gesetzten differenzierten Baukörpern, welche den ehemaligen Aufstellplatz besetzen. Die orthogonal zueinander ausgerichteten Bauten bilden als Kompositionsprinzip ein sorgfältig austariertes System von Figur-Grund-Beziehungen – sowohl untereinander als auch mit permanenter Referenz zu den Bestandesbauten. Im Zusammenhang bilden die Neubauten und Zeughäuser ein Art poröses Geviert, eine Abfolge von einfachen Baukörpern und Zwischenräumen, welche das Areal räumlich als Ganzes erfahrbar macht und ihm ein urbanes Gepräge gibt, dieses mit den umliegenden Nachbarschaften vernetzt und in Beziehung bringt. Die unterschiedlich proportionierten Baukörper reagieren auf die spezifischen Nachbarschaften der vier Arealseiten: Das Hochhaus als sichtbares Zeichen zum Stadtzentrum hin, Wohnbauten gegenüber den bestehenden Wohnquartieren, das Kulturzentrum zum neuen Zeughausplatz und auf die Berchtoldstrasse hin etc. Die Variation in den Bautypen hinsichtlich Gebäudetiefen und Proportionen führt dazu, dass die Bauten unterschiedliche Programmierungen oder Wohnungstypen stimulieren, d.h. die architektonische Typologie selber wird hier als eine Art Steuerungsinstrument für den Städtebau verstanden.

Auftraggeber: Stadt Uster, Abteilung Bau

Landschaft: Raymond Vogel Landschaften, Zürich

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