Urbanism

Gurzelen Biel

046 

Städtebauliche Studie Entwicklung Gurzelen-Quartier Biel, 2014
Studienauftrag mit Präqualifikation, mit Dogma, Brüssel

Gurzelen-Collage1.jpgGurzelen-Schwarzplan.jpgGurzelen-Axo-Bebauung.jpgGurzelenAussenrume.jpgGurzelenObergeschosse.jpgGurzelen-Axonometrie-Kontext.jpgGurzelen-Collage2.jpgGurzelen-Collage3.jpg
Die Situation rund um das heutige Gurzelen Areal im Osten der STadt Biel ist charakterisiert durch eine großzügige, durchlässige räumliche Offenheit, kombiniert mit einer heterogenen morphologischen Bebauungsstruktur aus den unterschiedlichsten Epochen der Moderne. Dieser großzügige und offene Raum – bedingt durch Sportnutzungen wie dem ehemaligen Fußballstadion, aber auch Trainingsplätzen, sowie der Schulanlage von Max Schlup etc. - stellt heute einhergehend mit der Expansion und Verdichtung der Stadt Richtung Osten eine äusserst wertvolle Ressource dar. Wie kann dieser Raum neu besetzt und verdichtet werden, ohne den spezifischen offenen Charakter und dessen räumliche Vielfalt zu ignorieren?
Anstatt diesen heute unbebauten Bereich des Gurzelen-Areals als Restfläche zu lesen und mit Neubauten zu besetzen, soll dieser Freiraum erhalten und als strukturierendes Element innerhalb des Stadtkörpers auszuformulieren werden. Die Absicht ist es, dem offenen Raum des Gurzelen-Areals eine klare präzise Form zu geben, welche sich im Laufe der Zeit jedoch auch wandeln kann. Diesem Prinzip folgend werden alle erforderlichen Nutzungs- und Flächenvorgaben wie Wohn- und kommerzielle Nutzungen, Schule, Ateliers, Sport etc. entlang des Perimeters eines im Grundriss quadratischen Grünraumes angeordnet. Dieser grosse quadratische, allseitig durch Bäume gefasste Freiraum von 145x145m – eine öffentliche Park- und Platzanlage - wird zum ‚Fix-Punkt’ des gesamten Projektes, aber auch zum Scharnier zwischen zwei historisch separierten Siedlungsgebieten. Das neue Bebauungsmuster könnte als ‚offener Blockrand’ definiert werden. Wenn sich die Stadt seit der Moderne hauptsächlich über zwei parallele urbane morphologische Strukturen entwickelt hat - der Blockrand oder disparate Punkthäuser - dann zielt der Vorschlag darauf ab diese beiden Modelle zu kombinieren: Zu einer Form welche die Eigenschaften des Blockrandes enthält und gleichzeitig offen und anpassbar ist wie dies in der Regel mit Einzelbauten möglich ist.
Die Erschliessung der Anlage erfolgt nach einem einfachen Prinzip: Der quadratische Freiraum ist ausschliesslich für Fussgänger und Radfahrer zugänglich. Ein baumgesäumter Zirkulationsraum führt um den quadratischen Freiraum, er verbindet sämtliche Freiraum-, Schul- und Sportnutzungen miteinander und ist punktuell an die umgebenden Strassensysteme angeschlossen. Die Adressen der Neubauten und der kommerziellen Nutzungen im Erdgeschoss sind demgegenüber konsequent ‚nach aussen’ auf die bestehenden Strassen orientiert. Anlieferung und motorisierter Verkehr sowie Einfahrt Parkhaus bleiben dadurch auf die Strassenbereiche beschränkt.
Der quadratische Freiraum ist in drei programmatische Streifen unterschiedlicher Nutzung und landschaftlicher Qualität unterteilt: Der südlichste Streifen enthält das Sportfeld mit einer Laufbahn, verschiedene öffentliche Spielplätze und einen künstlich auf¬geschütteten Hügel. Der mittlere Streifen wird als öffentlicher Platz ausformuliert, welcher als Ersatz für die bisherigen Nutzungen auf dem heutigen Gurzelen-Platz dient. Als Teil dieses öffentlichen Platzes führt die als Fussgängerzone ausformulierte ehemalige Strassenverbindung General-Dufour-Strasse – Champagnenallee von West nach Ost über den grossen Freiraum. Der nördlichste Streifen enthält die Aussenräume der Schulanlage, er bindet die verschiedene Schulbauten zu einem Ensemble zusammen. Diese drei weitläufigen Freiflächen werden durch ein artikuliertes System von kleinteiligeren Freiräumen – ausgebildet mittels spezifischer Verwendung von Bäumen und deren Positionierung, mittels varierender weicher und harter Belagsoberflächen und dem Gebrauch von einfacher städtischer Moblierung - in den Stadtkörper eingebunden. Das differenzierte umlaufende Wegsystem um den Freiraum herum leitet über zu den urbaneren Räumen der Stadt.

Auftraggeber: Stadt Biel, Amt für Städtebau

Landschaft: Raymond Vogel Landschaften, Zürich

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