Research

Europäische Stadtregionen

 

Eine zeichnerische Untersuchung
ZHAW, 2015, mit Holger Schurk

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Die Studierenden des Fachs Urban Strategies haben sich im Herbstsemester 2014/15 der Aufgabe gestellt 38 europäische Stadtregionen innerhalb eines Perimeters von 50km x 50km im Massstab 1:100‘000 abzubilden. Dazu wurden 6 Inhalte festgelegt: Gewässer, Wald, Flughäfen, Bahnstrecken, Autobahnen und die Stadtgrenze des Jahres 1850, die ungefähr den Zeitpunkt des Übergangs von der geschlossenen Stadt zur offenen Stadtlandschaft markiert. Nicht markiert wurden das Siedlungsgebiet und das Landwirtschaftsgebiet als quasi gleichwertige räumliche Ressourcen der entweder fortschreitenden oder zurückgehenden Urbanisierung. Alle Informationen wurden als Linienzeichnung mit der gleichen Strichstärke und der gleichen Farbe abgebildet.
Die entstandenen Karten zeigen das Ergebnis eines suchenden Vorgangs, einerseits nach geeigneten Interpretationen der vorgegebenen Abstraktionskriterien und andererseits nach Möglichkeiten zur Herstellung einprägsamer Bilder. Vor allem die Gewässer – Seen, Küstenlinien oder Flussläufe – bieten dem Betrachter dabei die ersten Orientierungshilfen. In den Hintergrund treten hingegen die historischen Zentren. Teilweise verschwinden sie sogar vollständig zwischen den Markierungen der Waldgebiete und Seen. Demgegenüber erscheinen die Verkehrsinfrastrukturen klar lesbar, allen voran die Flughafenareale, deren enorme Grösse immer wieder überrascht. Auch die Autobahnen und Bahnlinien zeichnen sich als künstliche Netze deutlich ab. Einerseits weisen sie dabei auf die (fast schon verlorene) historische Mitte hin, andererseits streben sie nach aussen den Rändern zu und werfen damit die Frage auf wo die zeitgenössische Stadt eigentlich anfängt und wo sie aufhört. Die riesigen Perimeter von 50km x 50km erscheinen dabei nur als kleine Ausschnitte wesentlich umfangreicherer urbaner Systeme und erinnern daran, dass Stadt und Urbanisierung zwei verschiedene Konzepte sind.

In the autumn semester of 2014/15, the students of the course Urban Strategies took on the task of creating representations of 38 European urban regions, covering a perimeter of 50km x 50km each on a scale of 1:100'000. For this purpose, six elements of content where defined: waters, woods, airports, railway lines, motorways and the respective city boundary of 1850, approximately reflecting the period of transition from closed to open city landscapes. Settlement areas and agricultural land were not marked, as they represent practically equivalent spatial resources of either progressive or regressive urbanisation. All information was depicted in the form of line drawings with the same line width and the same colour. 
The established maps show the results of a process of seeking for appropriate interpretations of the applied abstraction criteria on one hand, and the possibilities for creating memorable depictions on the other. Especially the waters – coast lines, rivers or lakes – provide primary orientation aides to viewers, while the historic centres take a back seat. In certain cases they disappear completely among the markings of the woodland areas and the lakes. In contrast the traffic infrastructures are clearly to be read, especially the airport areas, whose enormous size repeatedly comes as a surprise. Also the motorways and train lines clearly emerge as artificial networks. On one hand they point towards the (nearly lost) historical centres, on the other hand they point towards the periphery, thus posing the question where a contemporary city begins, and where it ends. The huge perimeter of 50km x 50km only appears as a small excerpt of substantially more extensive urban systems, and remind us that city and urbanisation are two different concepts.

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