Buildings

Schulhaus Port

039 

Ergänzungsneubau Schulhaus Port, 2013
Offener Projektwettbewerb

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Kontext und Volumetrie
Die feinkörnige morphologische Struktur rund um die Schulanlage Port ist charakterisiert durch parallel zur Hangtopografie angeordneten Einfamilienhäusern. Ausgehend von dieser Lesart werden zwei neue schlanke Gebäude als Ergänzung zum bestehenden Schulhaus vorgeschlagen, welche sich durch ihre parallele Positionierung in diese Siedlungsmorphologie einfügen. Die drei zueinander versetzten Bauten bilden durch ihre Positionierung eine Abfolge von unterschiedlich ausformulierten Aussenräumen. Während der Kindergarten und das bestehende Schulhaus die südöstliche respektive nordöstliche Areal-Peripherie besetzen, wird der Schulhausneubau exakt auf dem heute schwach determinierten topografischen Versatz in der Mitte des Areals positioniert. Diese Setzung führt dazu dass das Gebäude zwischen unterer und oberer Areal-Ebene vermittelt, der topografische Bruch sowie die Erschließung wird teilweise im Schulhaus selber internalisiert.

Aussenraum
Das Ensemble mit drei versetzt angeordneten kompakten Gebäudevolumen artikuliert differenzierte und vielfältig nutzbare Aussenräume: Ein Pausen- und Spielplatz, eine Spielwiese, ein Hartplatz für Ballspiele, ein introvertierter Außenraum dem Kindergarten vorgelagert. Baum-
gesellschaften aus bestehenden und neuen Bäumen betonen die Zugangsbereiche auf das Areal. Die bereits vorhandenen Stützmauern bleiben größtenteils bestehen und werden verlängert oder ergänzt - der heutige Charakter der terrassierten und räumlich gefassten Außenanlage bleibt erhalten. Eine großzügige Freitreppe kommt auf der Ostseite der Schule zu liegen: Der durch den Niveauunterschied gebildete Terrainversatz wird hier gegenüber dem heutigen Zustand eindeutiger ausformuliert und als Mauer ausgebildet, eine Öffnung in dieser artikuliert den Zugang zur Freitreppe welche die beiden Areal-Ebenen verbindet.

Typologie und Architektur
Beide Ersatzneubauten sind als einspännige Bautypen konzipiert: Die Orientierung des nach Norden abfallenden Hanges mit Blick auf Stadt Biel und Jurakette führt zum Entscheid, beim Schulhaus alle Klassenzimmer nordseitig anzuordnen und von der Aussicht profitieren zu lassen. Folglich kommt der Erschließungsbereich auf der Südseite des Gebäudes zu liegen. Vom Erschließungs-
raum im EG führen drei plastisch ausformulierte Treppenläufe in die Raumschicht aus Zirkulation und Gruppenräumen im OG. Diese Raumschicht ragt über die gesamte südliche Fassadenlänge aus und bildet so einen gedeckten Außenbereich über dem Pausenplatz. Die eigenwillige Dachform aus zwei aneinandergereihten Schrägdächern gliedert den 18m breiten Baukörper volumetrisch und erinnert entfernt an Schulhausbauten der späten 50er u. 60er Jahre – artikuliert jedoch eine Neuinterpretation dieses spezifischen Typus. Im Innenraum wird die gefaltete Dachform zur markanten Charakteristika im Zusammenspiel mit dem kräftigen, scheibenartigen Betontragwerk. Dieses bildet durch die Tiefe der Scheiben auf der Südfassade eine Art Brise-Soleil und gewährt den natürlichen Sonnenschutz. Der Kindergarten wird als ein in der architektonischen Ausformulierung dem Schulhaus verwandtes Gebäude behandelt. In ähnlicher Manier wie das Schulhaus wird es mit einem gefalteten Dach überspannt wodurch die verschiedenen Raumschichten im Inneren mit unterschiedlichen Raumhöhen differenziert werden.

Tragwerksplanung:
Ulaga Partner Bauingenieure, Basel
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