Buildings

Turmhaus auf kleiner Grundfläche

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Baufeld B, Europaallee, Zürich, 2011
Offener Projektwettbewerb, 1.Stufe, mit Jan Kinsbergen Architekt

baufeld_b_europaallee.jpgbaufeld_b_querschnitt.jpgbaufeld_B_axo.jpg
Städtebau
Der Gestaltungsplan 'Stadtraum HB' zeichnet sich unter anderem durch volumetrische Körperhaftigkeit und kontinuierliche räumliche Fassung aus. Die gesamte Europaallee kann als fein gegliederter Körper gelesen werden, aus dem präzise auf das bestehende Stadtgefüge reagierend Freiräume ausgeschnitten werden. Dies sowohl im Grundriss wie auch im Schnitt. Auf dieser Grundlage versucht das Projekt, die im Masterplan angelegten Geometrien aufzunehmen und zu verdichten. Daraus resultiert zum Le Corbusier-Platz hin eine markante, identitätsstiftende Kopfsituation mit starkem Akzent als Schnittfigur der ziselierten Volumetrie der Europaallee. Ob es sich bei dem markanten Kopf um Einschnitte oder um Auskragungen handelt, bleibt ungewiss und verdeutlicht die volumetrische Grundlage des Masterplans. Einerseits fassen Einschnitte auf unterschiedlicher Höhe zur Europaallee die Baumallee und den gedeckten Vorbereich zu den Geschäften und Zugängen der Büros, anderseits wird der Gleisraum oberhalb des Mezzanins überkragt und die Auskragung in den oberen Geschossen vervollständigt den Anspruch des Kopfgebäudes, indem diese Volumetrie frei in den Geleiseraum ragt. Aus diesen obersten Geschossen werden imposante Ausblicke möglich. Diese Volumetrie lehnt sich an die Formensprache des Stellwerkes von Max Vogt an und verweist entfernt auf die Architektur der Bahn. Die prägnante Verdichtung des Kopfgebäudes erlaubt es zum Baufeld D hin das Volumen niedrig zu halten, damit die Tiefe und räumliche Staffelung des Masterplans umgesetzt werden können.

Architektur
In der Architektursprache nimmt das Projekt den Anspruch eines Kopfgebäudes selbstbewusst an. Die Fassade mit der leicht goldenen Beschichtung der äusseren Verglasung setzt sich bewusst ab von den übrigen Bauten, jedoch ohne den Kontext zu negieren. In ihrer Flächigkeit, welche die kräftige Volumetrie unterstreicht, spiegeln sich die Umgebung und die Lichter der Bahn. Je nach Blickwinkel und Lichtsituation erscheint das Gebäude transparent oder aber verspiegelt. Die Formensprache führt den Kontext der Europaallee weiter, setzt aber mit Hilfe der vorgegebenen Mantellinie einen starken Akzent. Im Projekt werden die Vorgaben der Mantellinie als architektonisches Potential ausgeschöpft und führen zu einem unverwechselbaren, ortsgebundenen Ausdruck..

Struktur
Für die Realisierung der pilzförmigen Gebäudeform erhält jede Achse ein ebenes, baumartiges Skelett. Die Umlenkknoten der schiefen Stützen liegen jeweils auf gleicher Kote, so dass sie sich kompensieren. Die verbleibende Differenz wird durch die Kernwände aufgenommen. Auf ähnliche Weise wirken diese auch als Stabilisierung bei horizontalen Einwirkungen infolge Wind oder Erdbeben.
Die Hauptäste der Struktur sind durch hohe Druckkräfte beansprucht. Sie bestehen aus vorfabrizierten Standard-Betonstützen mit Abmessung 60x60cm, nur die Verzweigungselemente sind Sonderanfertigungen. In den Knoten treffen die hochbeanspruchten Stützen aufeinander und tauschen Kräfte aus. Die Knotenzone selbst besteht aus einer im Ortbeton integrierten Stahlkonstruktion. Alle Bauteile sind streng auf deren Achsen zentriert.

Tragwerk:
Ulaga Partner Bauingenieure, Basel

Energie:
Amstein + Walthert, Zürich


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