Buildings

Embassy

013 

Project for the new Swiss Embassy Building in Moscow, 2008
Invited competition, with :mlzd architects

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Einhergehend mit den folgenreichen politischen Entscheidungen und Durchsetzungen für eine gesamtheitlich ‚totalisierende' ästhetische Wahrnehmung des städtischen Raumes (Generalplan zur Rekonstruktion Moskaus) zu Beginn der Dreissigerjahre wurde die bestehende kleinteilige Stadtstruktur radikal verändert und in eine neue Massstäblichkeit gesetzt. Nebst den gewaltsamen ‚Einschnitten' in das bestehende urbane Gewebe, durch Verbreiterungen von Strassen, Boulevards und Alleen sowie ‚Verschiebungen' ganzer Häuserzeilen, wurden auch eine ganze Serie interessanter urbanistischer Instrumente eingeführt: Zwei dieser Instrumentarien scheinen im Kontext der heutigen Schweizer Botschaft paradigmatisch präsent zu sein. Einerseits der Aspekt der Grün- und Parkflächen welche als grosszügiger, die gesamte Stadt durchdringender Raum der ‚Öffentlichkeit' verfügbar gemacht werden sollte. Andererseits die so genannten Kvartaly's, ein Ensemble von Häusern, welche bis heute in ihrer kompositorischen Konfiguration - im Gegensatz zum ‚geschlossenen Blockrand-Typ - eine grosse räumliche Durchlässigkeit implizieren. Der heute die Schweizer Botschaft umschliessende öffentliche Park mit seinen feudalistisch anmutenden Villen - die bestehende Botschaftsresidenz und deren angrenzende Liegenschaft - sowie die Qualität der Kvartaly-Stadtstruktur generiert einen eigenwilligen heterogenen Kontext rund um das zu bebauende Grundstück.

Das Projekt für die neue Schweizer Botschaft in Moskau versteht sich als vermittelnde Artikulation zwischen diesen variierenden Qualitäten, indem es gleichsam als kompositorische Konfiguration von drei unterschiedlichen Baukörpern auf diese Heterogenität reagieren kann. Das Aufteilen in Residenz, Wohn- und Kanzleigebäude ermöglicht es, der Anlage einen ausgeprägten öffentlichen Charakter zu geben, indem das gesamte Konsulat als eigenständiges Volumen direkt an die Gusjatnikov Strasse gesetzt wird. Gleichzeitig wird mit dem einfachen, scheibenartigen Bauvolumen ein Einbinden in den übergeordneten stadträumlichen Kontext erreicht. Das Gebäude klärt, ergänzt und bildet je nach Sichtweise einen Vorder- wie auch Hintergrund für die unterschiedlichen Aktivitäten des Ortes.
Die Setzung der ‚neuen' Residenz an der nordöstlichen Ecke des Grundstücks ergänzt die beiden existierenden feudalherrschaftlichen Häuser mit einer dritten, im Maßstab ähnlichen ‚Villa' und führt so das Thema der repräsentativen Bauten im Park auf selbstverständliche Art weiter. Das in seiner äußeren Erscheinung präzise gestaltete zweigeschossige Bauvolumen überdeckt mit einer großzügig ausladenden Geste den lateral heranführenden Vorfahrtsbereich. Von hier tauchen die Gäste in eine spannende räumliche Abfolge der verschiedenen Repräsentationsräume, welche einerseits Sichtbeziehungen untereinander, aber auch alternierende Ausblicke auf die spezifisch konditionierten Außenräume in- und außerhalb des Geländes erlauben. 
Das Kanzleigebäude bildet sozusagen das antagonistisch architektonische Pendant zum virtuos-räumlichen und opulent materialisierten Residenzgebäude. Ein neutralisierender Kontrast, ein
räumlicher Rahmen und Hintergrund für die repräsentativen Empfangsszenen und den diplomatischen ‚Austausch' im Vordergrund. Einem Regal ähnlich tritt das Gebäude als eine offene Struktur in Erscheinung. Ein einfacher ‚Behälter', welcher mit den unterschiedlichen Administrativbereichen belegt wird. 

The context around the site of the Swiss Embassy in Moscow is characterised by paradigmatic spatial qualities, recognisable as the legacy of large-scale urban projects developed for the rising Capital of the soviet empire in the aftermath of the revolution. These are on one side green areas and parks as large continuous green surfaces permeating the entire city and providing accessability to the ‘public’. An other feature of the urban fabric in the area is constituted by the so called Kvartaly-blocks, an ensemble of buildings, arranged in a compositional configuration, implicating high spatial permeability as opposed to the classical perimeter blocks of the 19th century. The large public park with its feudalistic villas embracing the site of the Swiss Embassy at present, as well as the spatial quality of the Kvartaly urban-form is hence generating a very idiosyncratic and heterogeneous urban context in the surrounding neighbourhood of the site. The project for the new Swiss Embassy can be conceived as intermediatory articulation between these varying qualities by reacting on this heterogenious context with a compositional arrangement of three differentiated volumes. The partitioning of the embassy-program in residence, apartments and chancellery in the form of a complex allows it to give a very distinctive overtly appearance, representing Switzerland’s historically justified tradition for diplomatic mediating roles in international relations. The chancellery, containing the largest part of the program and formulated as a very thin and elegant slab-shaped building is positioned along the main street and allows with its space-defining form the embedding in the subordinating urban context. The building is clarifying, complementing and builds – depending on the point of view – the fore- or background for the various activities on the site. The chancellery can be conceived as the antagonistic architectural pendant to the virtuous and spacious residence building, a neutralising contrast and spatial frame for the representative diplomatic receptions and exchanges in the court. Like a shelf, the building appears as an open structure or a simple container that can be occupied with the different administrative departments.

Tragwerk:
Schnetzer Puskas Ingenieure, Basel

Energie:
Waldhauser Haustechnik AG, Münchenstein



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