Buildings

Werkhof Birmensdorf

055 

Neubau AWEL Werkhof Birmensdorf, 2017
Offener Projektwettbewerb, 1. Preis

Situation-raumbureau.jpgaxo-raumbureau.jpgErdgeschoss-raumbureau.jpgOG-raumbureau.jpgschnitte-raumbureau.jpgansichten-raumbureau.jpgfassadendetail-raumbureau.jpgstruktur-raumbureau.jpgBirmensdorf-raumbureau.jpg
Städtebau, Aussenraum
Das neue AWEL-Werkhofgebäude liegt im Süd-Osten des dreiseitig von Wald umschlossenen Areals, der westliche Bereich bleibt frei für weitere Nutzungen. Das freistehende und umfahrbare Gebäude von 40x40m organisiert die im Süd-Osten rund 70 Meter tiefe Parzelle und bildet mit einem mächtigen Vordach eine erkennbare und repräsentative Adresse zur Zufahrt nach Norden hin. Dieses Vordach als markante Adresse, der an der Osttfassade sichtbare Fussgängereingang zu den Diensträumen, die bei der Zufahrt liegenden Mitarbeiterparkplätze sowie der Blick nach Süden in die Tiefe des Areals klären für Ankommende die räumliche
Situation des Werkhofs.

Organisation, Betrieb
Der Bau ist als rechteckiger Hallenbau angelegt, welcher sich differenziert auf alle vier Arealseiten hin orientiert. Die Hauptzufahrtsseite mit sieben 5.65m breiten Fahrgassen und weit auskragendem Vordach liegt im Norden. Der zentrale Hallenraum dahinter ist stützenfrei, 5.7m hoch (min. 4.5m i.L.) und umfasst 945m2 Fläche – Einstellhalle, Lager und Zirkulationsfläche in einem. Im südlichen Teil des Gebäudes liegen die kleinteiligeren Räume des Werkhofes, teils zweigeschossig (Diensträume, Lager), teils mit derselben Höhe wie die Einstellhalle (Werkstätten). Entlang dieser kleinteiligeren südlichen Raumschicht ist die Einstellhalle von Osten und von Westen her durchfahrbar. Diese innere Fahrgasse erschliesst sowohl Einstellhalle wie auch Werkstätten, Lager und Diensträume, dient aber auch als vielfältige Umschlags- und winterliche Arbeitsfläche (Geräteverlad, Faschinenbau, Brennholzproduktion). Auf der vierten südlichen Seite liegt die Werkstatt, welche zweiseitig von der Halle und von den Aussenflächen her be- bzw durchfahrbar ist. Die Diensträume sind auf zwei Geschosse aufgeteilt: Im Erdgeschoss ein Büro mit Rapportbereich und Theke, WC, im Obergeschoss die restlichen Räume. Aus Büros und Sitzungzimmer ist durch Verglasungen die Einstellhalle überblickbar, und vice versa.

Tragstruktur, Statik
Hauptstruktur: Das 40m breite Gebäude ist in Fahrzeuggassen mit einer konstanten Breite von 5.65m aufgeteilt. In dem so vorgegebenen Strukturraster ist ein einfaches System von Tragbalken angeordnet, welches mit den zugehörigen Aussenwänden und Stützen das Tragskelett bildet. Die gesamte Hauptstruktur wird in Stahlbetonbauweise ausgebildet. Zur Herstellung eines schlanken und reduzierten Systems ist der Einsatz von Vorspannung vorgesehen. Im zweigeschossigen südlichen Bereich wird die Flachdecke mit thermisch isolierenden aber statisch wirksamen Verbindungselementen an die kalte Aussenstruktur angeschlossen.
Dach: Der Betonträgerrost wird mit einer Massivholzdecke gedeckt bzw ausgefacht. Einerseits trägt diese die Dachhaut und die darauf vorgesehenen Haustechnikinstallationen (Photovoltaik). Andererseits wirkt sie auch als statische Scheibe, welche bei horizontalen Einwirkungen (bei Wind und Erdbeben) die Hauptstruktur aussteift.

Ausdruck, Materialisierung
Das Gebäude ist als grosse Halle konzipiert, unter deren Dach unterschiedlichste Räume vereint und effizient zueinander in Beziehung gesetzt werden. Aussenwände, Tragstruktur und umfahrbare Bauteile sind als primäre Struktur betoniert und sichtbar belassen. Im beheizten kleinteiligeren Bereich der Werkstätten und Diensträume sind Trennwände als sekundäre Struktur in Zementstein gemauert, nichttragend, teils zweischalig und gedämmt. Das Dach ist als wirtschaftliche Massivholzdecke auf die Betonstruktur aufgelegt, wo notwendig mit Auswechslung für Oberlichter. Tore, Falttore und Fenster sind in Metall ausgeführt. Auf 3 Seiten zeigt sich das Gebäude introvertiert und robust, mit einzelnen idiosynkratischen Öffnungen in den Betonwänden. Die nördliche Ankunftsseite des Gebäudes gibt seine Nutzung preis: auskragende Betonträger, weites Vordach, verglaste Falttore – ein moderner Werkhof, eine Werkhalle.

Bauherrschaft: Baudirektion Kanton Zürich

Nutzer: Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL)
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